| Mehlspeisen |
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Es war ein ganz besonderer Wettbewerb: Dabei landete Bäckermeister Otmar Schneider mit einer Kreation aus süßem Briocheteig mit Rumrosinen einen flaumigen Hit. Das neue "Badener Kipferl" geriet so wohlschmeckend, dass eine sichtlich begeisterte Verkosterin vergnügt dichtete:
Der Legende nach begann der Siegeszug des Gebäcks in Österreich mit einer Niederlage: Als die Türken 1683 nach der vergeblichen Belagerung Wiens in die Flucht geschlagen wurden, ließen sie nicht nur Zelte und Waffen zurück, sondern auch "Brötchen" in Form des türkischen Halbmondes. Liebevoll "Kipferl" getauft und gern in den ebenfalls von den Osmanen mitgebrachten Kaffee getunkt, wurde das wohlschmeckende Geschenk bald zum fixen Bestandteil heimischer Kaffeehauskultur. Das in Baden produzierte Gebäck nahm unter "Kipferl-Kennern" aber stets eine Sonderstellung ein und wurde von dem Lyriker Heinrich von Littrow sogar in einem eigenen Gedicht verewigt. Eine besondere Vorliebe für das Kipferl schrieb man auch dem Humoristen Moritz Saphir zu. Nach dem ersten Weltkrieg herrschte allgemeine Nahrungsknappheit und die Lust auf Mehlspeisen ging dementsprechend zurück. Das Kipferl verschwand allmählich aus den Backstuben Badens und existierte bald nur mehr als süßer Traum. Doch diesmal wird das "Badener Kipferl" dank der großen Nachfrage nicht mehr so schnell in Vergessenheit geraten. |




